Der Beitrag: Esskastanien aus dem eigenem Garten wurde am Sunday, 26. November 2017 veröffentlicht und unter Pflanzen abgelegt.

Im Herbst sind sie allgegenwärtig. Die Maroni oder Esskastanien (Castanea sativa), als geröstete Frucht wärmen sie die Hände und glasiert oder als Püree den Magen. Sie geben Wildgerichten den letzten Schliff. Die Pflanze, von denen meist nur die Früchte bekannt sind, ist durchaus für den Anbau im Hausgarten geeignet. Mit ausgelesenen Sorten ist es möglich eine dekorative und ertragbringende Alternative zum altbekannten Baumobst im eigenen Garten zu kultivieren.


Esskastanien haben eine lange Tradition im Mittelmeerraum und wurden dort ihrer Früchte und ihres Holzes wegen angebaut. Aber auch in Mitteleuropa gibt es in klimatisch wärmeren Regionen (Oberrhein/Pfalz/Tessin/Burgenland) ganze Wälder aus Edelkastanien. In Deutschland konzentriert sich der Anbau auf die Weinbauregionen. Maroni wachsen an Bäumen, die sich im Juni über 3-4 Wochen mit üppigen, hellgelben Blütenrispen schmücken – eine herrliche Bienenweide. Die späte Blüte bewirkt, dass die Bäume bzw. der Fruchtansatz nie unter Spätfrösten leiden. Allerdings reifen die Früchte bei einem feucht-kühlen Herbst u.U. nicht richtig aus.

An einem Baum befinden sich, getrennt voneinander, weibliche und männliche Blüten, welche nicht immer zur gleichen Zeit blühen, so dass es zur besseren Befruchtung wichtig ist, zwei verschiedene Bäume zu pflanzen.



Esskastanienbäume sind mittelstark bis stark im Wuchs. Neuere Sorten, wie die von HÄBERLI® angebotenen, sind eher schwachwüchsig und können auch in kleineren Gärten angepflanzt werden. Die veredelten Sorten werden ca 10 bis 15 m hoch, während unveredelte Kastanien 20 m und mehr erreichen. Schnittmaßnahmen sind in der Regel nicht notwendig, sogar unerwünscht, da sich die Krone von selbst aufbaut. Durch das Veredeln der Sorten auf Sämlingsunterlagen ist ein schneller Ertragseintritt, meist bereits in der Baumschule, garantiert. Durchlässig-sandige Böden mit mittlerer Nährstoffversorgung und nicht zu hohem Kalkgehalt (pH um 6, eventuell Pflanzplatz mit Torf verbessern) sind für das Pflanzen von Esskastanien geeignet. Vorteilhaft sind Gebiete mit einem langen trockenen Herbst, wodurch ein gutes Ausreifen der Früchte garantiert wird. Ab Mitte Oktober lösen sich die reifen Früchte vom Baum. Die 2-3 kleineren Teilfrüchte sind von einer stacheligen Hülle umgeben und können nach dem Trennen von der Schalte getrocknet oder frisch verzehrt werden. Gründliches Trocknen an der Luft verhindert Schimmelbildung


Bei uns im Gartenwebshop erhältliche Sorten:



  • MARIGOULE süsse, mittelgrosse Einzelfrüchte.
  • BOUCHE DE BETIZAC grosse Einzelfrüchte. Robust gegen Edelkastanien-Gallwespe.
  • BOUCHE ROUGE süsse, grosse Einzelfrüchte.
  • DORÉ DE LYON süsse, grosse Einzelfrüchte.

Dabei sind verschiedene Wuchsformen in vielen Preisklassen denkbar, von leichten Heistern, über kräftige Heister mit Fruchtansatz bis hin zu Esskastanien-Hochstämmen.

Bei wintermildem Klima und genügend Platz sind Esskastanienbäume ideale Haus- und Hofbäume. Sie wachsen meist sehr malerisch mit einer lockeren, offenen Krone, die praktisch keinen Pflegeschnitt benötigt. Das kräftig dunkelgrüne, scharf gesägte Laub ist ganzjährig sehr attraktiv und lädt zum Verweilen unter dem Baum ein. Die Früchte müssen nicht aufwändig geerntet werden, sondern werden einfach aufgelesen und sind (begrenzt) lagerbar.


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  1. Chamborigaud
    Der Pizza-Teig aus den Kastanien meines Marigoule-Baumes ist immer ein Highlight im Freundeskreis. Für meine Maronensuppe nehme ich lieber die Früchte meines Bouche Rouge.
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